Regalmarketing, was ist das?

Regalmarketing, was ist das?


Regalmarketing, was ist das?

Schließen Sie für einen Moment die Augen und überlegen Sie, wie das letzte Regal ausgesehen hat, das Sie gesehen haben. Produkte, Preisschilder, ab und zu ein Wobbler oder Aufkleber. Der Gipfel der Marketingkunst ist ein Roll-Up oder Stand, an dem eine lächelnde Mitarbeiterin ein Produkt präsentiert. Klingt altbekannt? Und dabei geht es auch anders!

Die etwas über zehn Sekunden, die der Verbraucher vor dem Regal verbringt, sind der wichtigste Moment während der Kaufentscheidung. Im Artikel „In a Shift, Marketers Beef Up Spending Inside Stores” (The Wall Street Journal, 2005.08.21) stellte Proctor&Gamble folgendes fest: „shoppers make up their mind about a product selection in about the time it takes to read this [sentence].”[1] Dieses Phänomen wird von P&G als „first moment of truth” (FMOT) bezeichnet. In diesem Moment hat die Marke die Chance, den Verbraucher über die Bezugnahme auf die Sinne, Emotionen und Werte zu einer positiven Kaufentscheidung zu animieren. Kurz gesagt: die Marke sollte ihn zur gewünschten Handlung inspirieren.

Und hier kommt Digital Signage als effektvolle (Einsatz neuer Lösungen, attraktive Präsentationsweise) und effektive (vereint auf einer kleinen Fläche viel mehr Inhalte und Anreize für Augen und Ohren!) Marketingform zum Tragen!

CASE STUDIES

Adidas – Sportkleidung und -zubehör

Im Jahr 2014 setzte Adidas Digitalmedien in seinen Geschäften in Kanada ein, um für die firmeneigene Golfbekleidung zu werben. Die Implementierung von DS-Lösungen an den Regalen sollte den Kunden nicht nur eine einzigartige „digital experience“ liefern. Im Endeffekt zielte die Kampagne auch auf eine Steigerung des Engagements und der Markenbindung (brand affinity) ab, womit letztendlich eine Verkaufssteigerung erreicht werden sollte.

Dank des Einsatzes von DS konnte den Kunden der innovative Aufbau der Adidas-Golfschuhe und der eingesetzten Technologien verständlich und in attraktiver Form näher gebracht werden. Als Mehrwert konnten eine Entlastung des Ladenpersonals und geringere Warteschlangen ungeduldiger Kunden verzeichnet werden.

Die Agentur, an die sich Adidas gewandt hatte (Shikatani Lacroix Design), arbeitete bei der Planung mit Dot2Dot Communications (Zulieferer der Scala-Software) und LG Kanada (Zulieferer von LCD-Bildschirmen) zusammen.

Schließlich wurden 2 Regalformate in Modulform eingesetzt:

  1. Ein an der Wand befestigter Bildschirm mit Maßen von 2,1m x 1,2m

 

art_marketingprzyp01art_marketingprzyp02

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Shikatani Lacroix Design

 

  1. Eine mobile Konstruktion auf Rädern mit Maßen von 2,1m x 0,9m, auf der die Schuhe präsentiert wurden

art_marketingprzyp03

Foto Shikatani Lacroix Design

 

Die Schuhe wurden außerdem mit LED-Dioden beleuchtet (diese zeigten die verfügbaren Farben an), zudem wurde jedes Regal mit einem Bewegungsmelder ausgerüstet. Wenn ein Kunde ein bestimmtes Modell in die Hand nahm, wurde auf dem LCD-Display ein zu dem Modell passender Content angezeigt. Dieser umfasste alle wichtigen Informationen und technischen Parameter für die Kaufentscheidung, Übersetzungen, eine Animation der eingesetzten Technologie und ein Schuhmodell in 3D.

So verlagerte Adidas die Einholung von Produktinformationen aus dem Internet in die eigenen Markengeschäfte. Dadurch konnte das Risiko minimiert werden, dass potenzielle Kunden währenddessen von Angeboten der Konkurrenz abgelenkt werden.

 

Toronto Blue Jays – Baseballteam

Ebenfalls im Jahr 2014 eröffnete der kanadische Baseballverein im Toronto’s Eaton Centre ein neues Geschäft, in dem den Plänen zufolge nicht nur Fanartikel angeboten werden, sondern der auch Ausflugsziel von Touristen und wichtiger Punkt auf der Karte von Toronto werden sollte.

 

art_marketingprzyp04

Foto Shikatani Lacroix Design

In diesem Fall wurden zur Entwicklung und Stärkung der Brand Affinity allerdings die Möglichkeiten des DS. genutzt. So war es möglich, eine noch einbeziehendere und interaktivere Fläche zu gestalten. Hier wurden 16 Bildschirme und 7 einzigartige „Digital Experience“-Points eingesetzt.

art_marketingprzyp05art_marketingprzyp06

 

 

 

 

 

 

Foto Shikatani Lacroix Design

Bereits direkt beim Eingang zum Geschäft gehen die Kunden an einem LCD-Display mit 10 Bildschirmen vorbei, der u.a. Ausschnitte aus Spielen der Blue Jays einspielt. Im einem anderen Bereich des Geschäfts sind weitere Bildschirme installiert, auf denen das Angebot, interaktive Spiele, die Geschichte des Teams und ein interaktives Kiosk zur Planung eines personalisierten Jays-T-Shirts präsentiert werden. Bei der Content-Entwicklung wurden zudem die Themen Teamaufbau und Identifizierung mit dem eigenen Team berücksichtigt.

Dank dieser Lösungen fungiert das Flaggschiff der Toronto Blue Jays seit der Eröffnung als absoluter Anziehungspunkt für tausende von Kunden, die die einzigartige Atmosphäre und das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu den Jays erleben möchten.

Nebraska Furniture Mart – Möbel und Wohnungsausstattung

Im vergangenen Jahr entschied sich auch die US-amerikanische Möbelkette Nebraska Furniture Mart für die Implementierung von DS-Lösungen. In ihrem neuen Geschäft im

Norden von Texas setzte das Management auf die Sicherstellung einer ganzheitlichen Markenerfahrung und noch mehr Komfort und Einkaufszufriedenheit. Diese Ziele konnten dank der Montage von knapp 60 LCD-Displays auf der gesamten Ladenfläche sowie 14 einzigartigen „Brand Experience“-Points erreicht werden.

art_marketingprzyp07

art_marketingprzyp08

 

 

 

 

 

Foto  http://www.digitalsignagetoday.com

Bei NFB beginnt das einzigartige Einkaufserlebnis bereits direkt nach dem Betreten des Geschäfts. Dieses wird in den weiteren Abteilungen noch vertieft. Zu den eingesetzten DS-Lösungen gehörten u.a.:

  1. ein zweistöckiges Baumhaus mit vierzig am Baumstamm montierten LCD-Displays
  2. Interaktive Produktpräsentationen in der KitchenAid-Abteilung
  3. Eine Wand mit 3×3 Bildschirmen, die Content zum Thema Texas einspielen

 

  1. Interaktive Displays in den Abteilungen Appliance Salon und Center Sales zur noch schnelleren Auswahl eines Modells
  2. Wand mit 3×1 Bildschirmen zwecks Präsentation von Werbespots und Fun-Inhalten

Dank dieser Produktpräsentation konnte NFM die Attraktivität des neuen Geschäfts deutlich steigern. Unter Berücksichtigung der Größe der Ladenfläche konnte so der Kaufvorgang deutlich vereinfacht werden.

Tesco – Supermarkt

Für eine interessante Option von Digital Signage im Bereich Regalmarketing hat sich die Firma Tesco entschieden. Diese Supermarktkette setzt weniger auf LSD-Bildschirme, digitale Regalsysteme oder andere bereits in diesem Text erwähnte Lösungen, als eher auf mobile Scanner, die an den Einkaufswägen montiert sind. Dieses System zielt auf die Vergrößerung des tatsächlichen Einkaufskorbs ab und soll gleichzeitig die Warteschlangen an den Kassen verringern und damit den Kaufvorgang effektiver gestalten. Dies wiederum hatte die Steigerung des Kundenkomforts zum Ziel.

Das Programm „Scan as you shop” startete in 2008 in 6 Geschäften der Marke. Die Ergebnisse waren so gut, dass das System im Jahr 2013 auch in 300 weiteren Geschäften in ganz Großbritannien implementiert wurde. Insgesamt wurden in Tesco-Märkten 30 000 mobile Scanner installiert.

M-Cube: http://scala.com/digital-signage-and-in-store-radio-provide-a-unique-shopping-experience-at-aw-lab/

Tommy Hilfiger: http://scala.com/digital-signage-brings-a-complete-shopping-experience-to-tommy-hilfiger/

[1] www.digitalsignagetoday.com, „Shopper conversion through retail shelf media” by Lyle Bunn, 2014.10.03

 

Verfügbare Übersetzungen: Polnisch, Englisch